Abflussnachweisprüfung von Drainagesystemen

Verfasst am 07.05.2016 von blogadministrator

Funktioniert unser Drainagesystem in Zeiten des Klimawandels noch??

Eine konkrete Aufgabenstellung:

Ein ehemals landwirtschaftlich genutzter Grund in leichter Hanglage im oberösterreichischen Zentralraum wird zum Baugrund umgewidmet und im Zuge eines nun geplanten Bauvorhabens muss diese Fläche nachhaltig drainagiert werden.

Das dabei in den nahegelegenen Bach eingeleitete Wasser muss mengenmäßig erfasst werden, um die Auswirkung festzustellen und eventuell notwendige Maßnahmen auch in Hinsicht auf Hochwasserschutz planen zu können.

Projektspezifische Umsetzung:

Bei der Begehung der Liegenschaft und der Besichtigung der neu errichteten Sammelschächte der Drainagen, wurde der notwendige Arbeitsaufwand und der zeitliche Ablauf mit den zuständigen Stellen von Gemeinde, Grundbesitzer und bauführenden Firma besprochen und festgehalten.

Dabei kam man überein, dass die Messung temporär ohne die Sammelschächte zu verändern (anbohren,…) an den jeweiligen Überläufen zu den bestehenden Bach montiert wird und die Durchflussmenge in viertelstündlichen Abstand aufgezeichnet wird.

Da vor Ort keine Stromversorgung zu Verfügung steht, wird mittels Akkupacks, die notwendige Energieversorgung gewährleistet. Bei längerfristiger Aufgabenstellung

(6 Monate oder länger) wäre eine Spannungsversorgung mittels Photovoltaik eine erprobte und verlässliche Lösung. So kann man eine optimale Energienutzung aller Funktionen und einen autarken Betrieb über den geforderten Zeitraum sicherstellen.

Der hier zum Einsatz kommende Messkoffer von GROMA hat neben der  Durchflussmessung auch die Möglichkeit, die jeweils aktuelle Niederschlagsmenge über einen eigens dafür vorgesehenen mobilen Regensensor festzustellen und in den integrierten Datenlogger in zeitlicher Abstimmung mit der Durchflussmenge mit zu speichern. So sind die Zusammenhänge zwischen tatsächlich vorherrschenden, lokalen Niederschlagsmengen und dem abfließenden Wassermengen besser interpretierbar und lassen so zuverlässig auf Funktion und Wirksamkeit der Drainage schließen.

Bei dem hier gewählten Aufbau wird nach dem Beobachtungszeitraum die auf einer SD-Karte gesammelten Rohdaten auf einen Computer übertragen, ausgewertet und zur weiteren Verwendung den Kunden in einen üblichen Format in Tabellenform via E-Mail übergeben. Es besteht auch die Möglichkeit die Daten direkt beim Messen online zur Verfügung zu stellen. Auch können hier eine Vielzahl solcher Messungen parallel statt finden (temporäres online Monitoring) z.B. zum Überwachen, wie sich das Abwassernetz im Niederschlagsfall verhält oder zum Lokalisieren von ungewollt eingeleitet Oberflächenwasser ins Abwassernetz.

Der große Vorteil unseres Systems besteht in der extrem leichten Bauart (ab 5 kg) und der dadurch unschlagbaren einfachen Handhabung, der universellen Einsetzbarkeit (Rohrdurchmesser von 50- 800mm) und der Montage ohne das Bauwerk zu beschädigen (mittels Druckluftmanschette)

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Schlussfolgerung aus den Messungen der letzten Jahre:

Die Regenereignisse werden kurzfristiger, kleinräumiger und heftiger. Vielfach bewerte Lösungen aus vergangener Zeit werden immer mehr überfordert. Und die immer größer werdenden Strukturen bringen zusätzliche Herausforderungen die gut geplant werden müssen.

Eine Übersicht zu dem Status quo und das Finden der baulichen und strukturellen Schwachstellen bevor es zu teuren und zum Teil gefährlichen Situationen kommt, muss das Motto unserer Zeit sein.

Denn heute sind die Möglichkeiten da, man sollte sie auch nutzen!