Rechtliche „Revolution“ in der Gewerbeordnung – der NASV (Nicht amtliche Sachverständige)!

Verfasst am 26.10.2017 von Brandner Philippe

Im Frühsommer 2017 wurde seitens der Bundesregierung noch vor der Neuwahl des Nationalrates die Gewerbeordnung geändert. Neben Erleichterungen bei den reglementierten Gewerben kam es auch – vielfach nicht beachtet oder übersehen – zu einer neuen Regelung, was den Einsatz von Sachverständigen im Betriebsanlagenverfahren betrifft: der neue § 353 b GewO.!

Diese neue Bestimmung regelt den Einsatz von nichtamtlichen Sachverständigen bei solchen Verfahren oder einfach gesagt: es wurde ein Rechtsanspruch für die Antragsteller bei der Wahl eines Sachverständigen im Gesetz verankert.

Dieser lautet im Absatz 1 folgendermaßen:

 „§ 353b.

 (1) In Verfahren betreffend Betriebsanlagen, die auf Erlassung eines an einen Antrag des

Inhabers einer Betriebsanlage gebundenen Bescheides gerichtet sind, kann der Inhaber der Betriebsanlage für bestimmte Fachgebiete die Bestellung von nichtamtlichen Sachverständigen unwiderruflich beantragen. Der Antrag muss spätestens gleichzeitig mit dem verfahrenseinleitenden Anbringen gestellt werden und hat die genaue Bezeichnung des jeweiligen Fachgebietes, für das ein nichtamtlicher Sachverständiger bestellt werden soll, zu enthalten. § 13 Abs. 3 AVG ist auf Anträge, die keine Bezeichnung des Fachgebietes enthalten, nicht anzuwenden. Verspätete Anträge oder Anträge, die keine genaue Bezeichnung des Fachgebietes enthalten, sind von der Behörde unverzüglich zurückzuweisen.“

Dazu die Erläuterungen im Ministerialentwurf:

Zu Z 21 (§ 353b):

Der Ministerratsvortrag vom 5. Juli 2016 führt zum Thema „Wahlmöglichkeit auf Sachverständige im Betriebsanlagengenehmigungsverfahren“ Folgendes aus:

 „Unternehmen sollen, wenn es sich um Entscheidungen der Gewerbebehörde im Zuge eines

Betriebsanlagengenehmigungsverfahrens handelt, frei wählen dürfen, ob ein Amtssachverständiger oder nicht amtlicher Sachverständiger beigezogen wird. In diesem Sinne soll ein Rechtsanspruch des Konsenswerbers auf Bestellung eines nichtamtlichen Sachverständigen im Betriebsanlagengenehmigungsverfahren (Regelung in der GewO) eingeführt werden. Die Kosten des nichtamtlichen Sachverständigen trägt der Konsenswerber für die Betriebsanlage. Nur die Behörde hat das Recht den nichtamtlichen Sachverständigen auszuwählen, damit werden Gefälligkeitsgutachten ausgeschlossen. Für die Masse der Verfahren sollen weiterhin Amtssachverständige ausreichend zurVerfügung stehen, sie werden durch die Option entlastet und stehen somit KMU schneller zur Verfügung, die Verfahrensdauer wird gesenkt.

Diese Punkte sind sinnvolle Erleichterungen für die Wirtschaft, wurden auch im Rahmen der Aufgaben und Deregulierungskommission gefordert und sollen im Anlagenrecht zur Kostensenkung sowie Beschleunigung von Entscheidungsfristen und verbesserter Rechtssicherheit führen.“

Die neue Regelung ist übrigens seit Juli 2017 rechtskräftig und es kann jederzeit ein nichtamtlicher Sachverständiger beantragt werden.

Der einzige Wermutstropfen ist, dass die neue Bestimmung halt eben nur in der Gewerbeordnung gilt und alle anderen Verfahren wie z.B. Baurecht oder Wasserrecht von dieser Regelung nicht betroffen sind.

Verfasser des Beitrags:

Ing. Manfred Voglsam,

Voglsam Experts e.U.

4470 Enns
Hauptplatz 16
T.: 0660-3188832
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Betriebsansiedlungen im Spannungsfeld der Flächenwidmungsplanungen

Verfasst am 12.10.2016 von blogadministrator

Oft gibt es Probleme im Spannungsbereich Unternehmen – Anrainer beim Thema Lärm, Gerüche, Emissionen, uvm. Im Rahmen der Raumordnung soll bereits hier darauf geachtet werden, dass tunlichst eine Trennung von Wohn- u. Gewerbegebieten erfolgt, samt tauglichen Abständen. Das wichtigste Instrument der Raumordnung ist der Flächenwidmungsplan. Er versucht, Gebiete mit unterschiedlicher Nutzung so aufzuteilen, dass die gegenseitigen Beeinträchtigungen so gering wie möglich gehalten werden. Der Flächenwidmungsplan wird von der Gemeinde unter Mitwirkung eines Planers und unter Berücksichtigung regionaler und überregionaler Raumordnungsprogramme erstellt und vom Gemeinderat beschlossen. Dieser Entwurf liegt im Gemeindeamt sechs Wochen zur allgemeinen Einsicht auf. Innerhalb dieser Frist darf jedermann seine Kommentare oder Wünsche (schriftlich) dazu äußern. Diese Stellungnahmen müssen durch den Gemeinderat behandelt werden. Ob einer Anregung oder einer Beschwerde nachgegangen wird, obliegt dem Gemeinderat, es gibt jedoch keine Verpflichtung.  Der Entwurf muss dem Land zur Genehmigung vorgelegt werden, erst dann erlangt der Flächenwidmungsplan seine Gültigkeit. Der Flächenwidmungsplan gliedert das gesamte Gebiet einer Gemeinde in verschiedene Bereiche. Diese werden im Raumordnungsgesetz als Widmungskategorien bezeichnet und betreffen Bauland, Verkehrsflächen und Grünland.
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B: Betriebsbaugebiet; W: Wohngebiet; MB: Mischbaugebiet       Quelle:   doris.ooe.gv.at

Auf der Basis des Flächenwidmungsplanes besteht für die Gemeinde die Möglichkeit, Bebauungspläne zu erlassen. Diese legen die Art der Verbauung fest, wie z.B. Gebäudehöhe, Baufluchtlinien, Bauweise. Eine Verpflichtung zur Erlassung von Bebauungsplänen besteht dann, wenn dies zur Sicherung einer zweckmäßigen und geordneten Bebauung oder zur Erreichung eines möglichst wirksamen Umweltschutzes erforderlich ist. Ist ein Grundstück von einem Bebauungsplan erfasst, so muss das Bauvorhaben damit übereinstimmen. Ist dies nicht möglich, so müsste versucht werden, durch die Gemeinde eine Änderung des Bebauungsplanes zu erreichen. Ein diesbezüglicher Rechtsanspruch besteht allerdings nicht. Die Anfechtung eines Flächenwidmungsplanes oder Bebauungsplanes kann letztendlich nur im Wege einer Verwaltungsgerichtshof-Beschwerde im jeweiligen Baubewilligungsverfahren erreicht werden.

In manchen Bundesländern ist die richtige Widmung Grundlage für die rechtliche Möglichkeit einer Betriebsansiedelung (z.B. O.Ö. Betriebstypenverordnung). So ist z.B. für die Errichtung eines Tischlereibetriebes grundsätzlich die Widmung Betriebsbaugebiet erforderlich. Im Falle des Fehlens der richtigen Widmung ist das geplante Bauvorhaben nicht möglich. Voraussetzung für eine positive Erledigung ist unter anderem die entsprechende Umwidmung des Standortes durch die Gemeinde.  Unterscheidet sich zum Beispiel ein Betrieb auf Grund seiner Ausstattung oder auf Grund seiner Emissionen erheblich von den eingeordneten Betriebstypen, so kann die jeweilige Widmungskonformität des Betriebes vom Antragsteller durch Vorlage entsprechender Beurteilungsunterlagen nachgewiesen werden.

„Zur Klärung der Frage, ob die auf das Baugrundstück einwirkenden Immissionen des benachbarten Betriebes mit dem Widmungsmaß des Baugrundstückes vereinbar sind oder dieses überschreiten, und für den Fall des Überschreitens, ob durch Vorschreibung von geeigneten Auflagen das zulässige Widmungsmaß eingehalten werden kann, sind entsprechende Gutachten (z.B. schalltechnisches Gutachten) einzuholen.“ (Heranrückende Wohnbebauung; VfGH Erkenntnis G98/2013)

Mittels schalltechnischem Gutachten oder einer Ausbreitungsrechnung  (Gerüche, chem. Stoffe) für emissionsmindernde Maßnahmen können hier bereits im Vorfeld die Möglichkeiten für eine Betriebsansiedelung in ungünstigen Widmungen abgeklärt werden. Die Kontrolle der Widmung bzw. der Abstände zu den nächsten Anrainern sollte in der Planung für Betriebserweiterungen oder in der Auswahl von neuen Standorten frühzeitig eine Rolle spielen um hohe Folgekosten vermeiden zu können. Anzuführen sind hier zusätzliche Kosten für notwendige Umplanungen, Kosten für emissionsmindernde Maßnahmen (Schallschutzmaßnahmen, Nachverbrennungsanlage), Kosten für Projektverzögerungen, usw.)

In landwirtschaftlich genutzten Flächen und Gebäuden ergibt sich des Öfteren eine Verschiebung der Tätigkeiten hin zu einem Gewerbebetrieb. Hier gibt es die Möglichkeit durch eine „Sonderausweisungen im Grünland“ eine Widmung für bestehende land- und forstwirtschaftliche Gebäude und Gebäudeteile für Wohn-, Verwaltungs-, Schulungs-, Seminar- und Lagerzwecke sowie auch für Klein- und Mittelbetriebe zu bekommen, welche die Umgebung nicht wesentlich stören dürfen.

Quellen:

1) Raumordnung in Oberösterreich, WKOOE, Mai 2006

2) Bauen & Recht: Augen auf vorm Grundstücks-Kauf!, Amt der NÖ Landesregierung, NÖ gestalten, Landhausplatz 1/13, 3109 St. Pölten

3) Oö. Betriebstypenverordnung 1997 – Oö. BTypVO 1997

Autor:

Dipl.-Ing. Dr. Rainer Günther GAGSTÄDTER
(Allg. beeid. u. gerichtl. zertif. Sachverständiger f. Techn. Chemie)

Blindendorf 73 | 4312 Ried/Riedmark
T: +43 7237 4610 20 | F: +43 7237 4610 46
M: +43 664 1836860
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www.acs.sc

 

Landschaft versiegeln oder Bestandsbauten nutzen ?

Verfasst am 12.10.2016 von blogadministrator

Hinweise zur Umnutzung von Bestandsgebäuden im ländlichen Raum am Beispiel Oberösterreich

Täglich lesen wir in den Zeitungen über Betriebseröffnungen, neue Wohnbauten, diverse Bauvorhaben von Gemeinden und den Wunsch der Österreicher nach Eigenheim mit Garten in ruhiger Umgebung. Gleichzeitig gehen immer wieder Horrormeldungen über den Landschaftsverbrauch und die zunehmende Flächenversiegelung durch die Medien und die Grundstückspreise steigen ins Unermessliche. Laut OÖ. Nachrichten vom 13. Oktober 2015 wird in Österreich täglich eine Fläche von 20 Hektar, also 20 Fußballfelder, verbaut.

Reist man durch Österreich, findet man überall leer stehende Geschäfte in den Innenstädten und verlassene Bauernhäuser auf dem Land. Was liegt also näher, als Bestandsbauten zu nutzen um dem Flächenverbrauch entgegen zu wirken ? Doch was sich so einfach anhört, ist heute aus verschiedensten Gründen fast unmöglich.

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Neben den gestiegenen Anforderungen der Nutzer an Gebäudequalität, Nutzfläche und Infrastruktur, den finanziellen Vorstellungen der Vermieter und Verkäufer von Liegenschaften sowie den hohen Kosten für die Anpassung an den Stand der Technik verhindern unsere Gesetze, und die dadurch verursachten Kosten für die Weiternutzung von Gebäuden, immer mehr die wirtschaftliche Nutzung von Bestandsbauten.

Weder im oberösterreichischen Baurecht, noch in den aktuellen OIB-Richtlinien, sind ausreichende Ausnahmeregelungen für Bestandsbauten zu finden. Im Gegenteil, Gesetze wie das oö. Raumordnungsgesetz (ROG) oder das oö. Abwasserentsorgungsgesetz verhindern – offensichtlich bewusst – durch ihre Regelungen die weitere Nutzung von bestehenden Gebäuden außerhalb geschlossener Ortschaften.

Doch was ist nun wirkleine-fenster-mit-grosser-lichtwirkungklich zu beachten, wenn man ein bestehendes Gebäude im ländlichen Raum umnutzen will ? Sei es zur Vermietung für Wohnzwecke oder als Büro, Lagerraum, oder Produktionsstätte für gewerbliche Zwecke.

Wesentlichste rechtliche Voraussetzung für jede Art der Nutzung ist die richtige Widmung. Die Grundlagen für Definition und Randbedingungen der verschiedenen Widmungen sind in Oberösterreich im oö. Raumordnungsgesetz geregelt. Hier finden sich leider teilweise sehr interpretationsfähige Umschreibungen wie „vorrangig dazu dienen“, „nicht wesentlich stören“ oder „ihre Umgebung weder erheblich stören noch gefährden“.

Für betriebliche Nutzungen enthält die oö. Betriebstypenverordnung genauere Angaben. Auch wenn die Formulierungen im Gesetzestext ebenfalls sehr vage sind, enthält die Verordnung doch eine Liste typischer Betriebe mit den erforderlichen Widmungen. Damit sind zumindest die klassischen betrieblichen Nutzungen eindeutig definiert. Zusätzlich enthält die Verordnung in Anlage 2 eine Auflistung von Betriebstypen, die in land- und forstwirtschaftlichen Gebäuden im Grünland sowie bei Dorfgebietswidmung zulässig sind.

Neben der Gemeinde und der Fachabteilung der Landesregierung sind hier Ingenieurbüros für Raumplanung und Erfahrung mit Betriebsanlagengenehmigungen die richtigen Ansprechpartner.

Die bisherige harte Regelung für die Weiternutzung von „Stern“bauten wurde mit der ROG-Novelle zwar etwas aufgeweicht, es gibt aber immer noch genügend Hindernisse in der Baugesetzgebung für die Nutzung bestehender Altbauten.

Auch die bundesweit für Betriebe geltende Arbeitsstättenverordnung (AStV) sieht zwar in § 47 sehr viele Ausnahmeregelungen vor, diese gelten aber nur für bestehende Betriebe und nicht für die Nutzungsänderung anderer Gebäude, z.B. eines früheren landwirtschaftlichen Betriebes oder Wohnhauses als Betriebsstätte.

Während sich statische Probleme oft leicht lösen lassen, sind zu geringe Raumhöhen und Belichtungsflächen manchmal unlösbare Diskussionspunkte in den Gewerbeverfahren, da weder die Gesetze, noch die zuständigen Arbeitsinspektoren hier Ausnahmen zulassen. Meist am teuersten wirken sich die Anpassung an die Barrierefreiheit und die erforderlichen Brandschutzmaßnahmen aus.

Ein finanzierbarer Brandschutz ist, insbesondere wenn man verschiedene Nutzungen oder Betriebe in einem Gebäudekomplex unterbringen will, eine große Herausforderung für den Planer. Die neuen OIB-Richtlinien lassen hier zwar etwas mehr Spielraum als die alten Baugesetze, sie sind aber noch immer nicht an die baulichen Gegebenheiten von alten Gebäuden angepasst. Manchmal stehen sich hier technische Lösungen und die Anforderungen an Ortsbild oder Denkmalschutz konträr gegenüber.

Neben den rechtlichen Punkten können auch technische Fragestellungen, allen Voran das Thema Feuchtigkeit, schier unlösbare – oder zumindest unfinanzierbare – Probleme aufwerfen. Feuchte Mauern sind bei alten Gebäuden häufig anzutreffen. Ebenso häufig bieten Scharlatane und nicht ausreichend erfahrene Firmen kostengünstige Lösungen an. Wichtig ist es, für die Sanierung Verfahren nach ÖNorm B 3355 zu wählen. Und auch dann sollten Experten aus dem Baubereich, z.B. planende Baumeister oder Gerichtssachverstände, zumindest in der Planungsphase beigezogen werden.

Glaubtsalzausbluehungen-in-einem-alten-bauernhaus man, alle technischen und gesetzlichen Anforderungen bei der geplanten Umnutzung erfüllt zu haben, werden die lieben Nachbarn schnell zum Problem. All diese Anforderungen und Maßnahmen können den heutigen land- und forstwirtschaftlichen Großbetrieb genauso treffen wie den klassischen Gewerbebetrieb. Besonders Städter, die sich ihren Traum vom „Häuschen im Grünen“ erfüllt haben und auf dem Land Ruhe und Idylle erwarten, reagieren schnell mit Widerstand, wenn der Schweinestall erweitert werden soll oder ein Sägewerk im benachbarten Bauernhaus geplant ist. Der „Zugereiste“ ist oft wesentlich sensibler als ein eingesessener Landbewohner, der es gewohnt ist, dass der Traktor im Sommer bereits um Fünf Uhr in der Früh losstartet oder auch am Sonntag „Holz gemacht“ wird. Moderne Stalltechnik mit Geruchs- und Lärm-mindernden Maßnahmen und eine geschickte Situierung des Gebäudekomplexes können hier Wunder wirken.

 

Fazit: Nicht alles ist möglich. Gesetze, Technik oder Finanzierbarkeit verhindern die eine oder andere Nutzungsmöglichkeit von leer stehenden Bestandsbauten. Die richtige Wahl von Planern und Beratern aus den verschiedenen Fachbereichen sowie deren Erfahrung und Geschick im Umgang mit Behörden und Sachverständigen eröffnet oft ungeahnte Möglichkeiten und bringt gute Lösungen.

 

Autor: Dipl.-Ing. Peter Baumann, Mitglied im Netzwerk BEING

Kontakt:

Dipl.-Ing. Peter Baumann

BAUMANN Ingenieur-Consulting GmbH

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4600 Wels

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Ökologische Betriebslandschaften

Verfasst am 26.09.2016 von blogadministrator

Boden, Klima, Wasser und Artenvielfalt in Industrie- und Gewerbebetrieben Teil 1: Behördenverfahren

Ob es sich um Neuanlage oder Bestandsentwicklung handelt, Betriebe besitzen vielfältige Berührungspunkte mit Natur und Landschaft. Die Bandbreite reicht von flächenintensiven Industriebetrieben über die Vielzahl von Handels- und Gewerbeunternehmen bis hin zu landwirtschaftlichen und touristischen Betrieben. Die Rahmen sind in mehreren Gesetzen niedergelegt, die dann in Einzelfallbewilligungen angewendet werden.

Wenn eine Einreichung  ansteht, sind es meist folgende Rechtsgrundlagen, die  zu prüfen sind:

Naturschutzrecht: jedes Bundesland in Österreich hat seine eigenen Naturschutzgesetze. Im Naturschutzgesetz werden alle Vorhaben, die eine Bewilligung benötigen festgelegt. Da bestehen erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Sensibel sind aber meist Vorhaben im Nahbereich von Gewässern, Rodungen von Landschaftselementen und größere Bodenveränderungen. Meist zusätzlich sind in einer  eigenen Verordnung die Artenschutzbelange geregelt. Hier werden etwa vollkommen und teilweise geschützte Arten festgelegt.

Wasserrecht: da ein Bundesgesetz zugrunde liegt, ist das Verfahren in ganz Österreich einheitlich, auch wenn die Umsetzung durch die Bezirkshauptmannschaften erfolgt.

Forstrecht: Ähnlich ist die Situation im Forstrecht. Sollten für eine Standortentwicklung Rodungen erforderlich sein, ist die Situation je nach Lage unterschiedlich. Dies betrifft einerseits die Qualität des Bestandes im Hinblick auf die vier Waldfunktionen: Nutzung, Erholung, Schutz und Wohlfahrt. In stark unterbewaldeten Gebieten kann eine höhere Ersatzleistung als 1 : 1 vorgeschrieben werden.

Kulturflächenschutz und Bodenschutz: der Schutz landwirtschaftlicher Produktion wird in den einzelnen Ländern unterschiedlich geregelt. Für angrenzende Betriebe ist meist eine Abstandsgrenze für Bepflanzungen zur Vermeidung von Schattwirkungen relevant. Diese kann aber auch zusätzlich in Gemeindeverordnungen festgelegt werden.

Betriebliche Emissionen wie Lärm oder Luftschadstoffe stellen eigene Themenfelder dar, die in diesem Artikel nicht einbezogen werden.  Auch das Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz, das auch für einige betriebliche Großprojekte zur Anwendung kommt, wird hier nicht in den Vordergrund gestellt. Es geht vielmehr um die Vielzahl der kleinen und mittleren Unternehmen, die nicht regelmäßig mit umweltbezogenen Behördenverfahren zu tun haben.

Naturschutz

Die Neuanlage von Betrieben in sensiblen Lebensräumen stellt sich heute nur ausnahmsweise, da hier die raumordnerischen Voraussetzungen für eine Widmung meist nicht gegeben sind.

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Abb. 1. Heute werden Betriebe nur selten in naturnahen Landschaften neu angelegt.

Im ländlichen Raum sind aber doch regelmäßig in beengten Geländesituationen von Tälern sensible Erweiterungsverhältnisse gegeben. Davon sind vor allem Betriebe betroffen, die bereits seit langem bestehen und nun einen Aus- oder Umbau planen. Sägewerke und andere holzverarbeitende Betriebe in ländlicher Lage wie auch Gastronomiebetriebe, die etwa aus einer Mühle hervorgegangen sind, kommen immer wieder in diese Situation. In diesem Fall sind die zu erwartenden Eingriffe in den Naturhaushalt zu erfassen und geeignete Maßnahmen für einen Ausgleich zu entwickeln. Das ist im Einzelfall sehr unterschiedlich und in einer landschaftsökologischen Planung darzustellen. Die Ausführung bedarf einer fachgerechten Begleitung in einer ökologischen Bauaufsicht. Dies sichert eine wirksame Begrenzung der Kosten für die Ausführung, da die eventuell erforderlichen Erd-, Wasserbau- und Bepflanzungsleistungen zuvor in einer Leistungsbeschreibung zusammengefasst werden und die Umsetzung begleitet und kontrolliert wird.

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Abb. 2: Abbaubetriebe wie Steinbrüche haben besonders hohe Standards einzuhalten – die ökologische Planung besitzt hier besondere Bedeutung, damit die Betriebe auch weiterhin wirtschaftlich erfolgreich sein können

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Abb. 3: Versiegelung ist eines unserer zentralen Probleme: auch in kommunalen Betrieben werden oft auch selten befahrene Nebenflächen asphaltiert, anstelle die tatsächlichen Erfordernisse zu analysieren.

 

 

 

 

Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenarten

Einen Sonderfall stellt die Berücksichtigung des Artenschutzes dar. Hier ist die Klärung der Begriffe für die Anwendung nötig. Während der Schutz teilweise geschützter Arten sich hauptsächlich auf einen Schutz vor Übernutzung bezieht – etwa das Sammeln von Frühlingsblühern-, sind vollkommen geschützte Arten sowohl in allen Entwicklungsstadien gegenüber direkte Verfolgung als auch Störung geschützt.

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Abb. 4: Standorte geschützter Pflanzen- und Tierarten – wie der Schachbrettblume – stehen unter besonderem Artenschutz

Hier werden auch die internationalenRichtlinien der Europäischen Gemeinschaft in nationales Recht umgesetzt. Das bedeutet, dass jedes Bundesland diejenigen Tier- und Pflanzenarten der EU Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und der EU Vogelschutzrichtlinie, die im eigenen Landesgebiet vorkommen, auch in der jeweiligen Landesverordnung schützt. Da das Vorkommen von zahlreichen Tierarten wie Vögeln, Kröten oder Eidechsen, aber auch etwa Fledermäusen, auch in Betriebsbereichen möglich ist, kann hier ein erhebliches Konfliktpotenzial bestehen. Die Mehrzahl an geschützten und gefährdeten, wirbellosen Kleintieren – z.B. Schmetterlinge, Käfer, Libellen – ist an kleinräumige Lebensräume angewiesen und seltener in Behördenverfahren ein zentrales Thema.

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Abb. 5: Artenschutz erfordert für die Beurteilung detailliertes Spezialwissen, das nachvollziehbar angewendet werden muss: nicht jedes Vorkommen geschützter Arten stellt ein Bewilligungsproblem dar!

Schutz vor invasiven Tier- und Pflanzenarten

Lebensgemeinschaften von Tier- und Pflanzenarten sind nicht statisch, sondern stets in laufender Veränderung. Gegenwärtig führen menschliche Aktivitäten wie Handel, Transport, Landschaftsveränderungen und Klimawandel  zu einem bisher nicht bekannten Ausmaß an Verbringung von Tier- und Pflanzenarten nahezu aller taxonomischen Gruppen zwischen und innerhalb der Großlebensräume der Erde. Eine neue EU-Verordnung regelt die Vorgehensweise mit gebietsfremden Arten seit 1.1.2015. Dabei kann es sich um Pflanzenarten handeln, die durch ihre starke Ausbreitungsfähigkeit während Baumaßnahmen besondere Aufmerksamkeit erfordern und daher in Bewilligungsbescheiden. Die Umsetzung dieser komplexen Herausforderungbenötigt dringende Aufmerksamkeit, um Schäden zu vermeiden. Auf wissenschaftlicher Ebene kooperieren ExpertInnen des Donau-Schwarzmeerraumes im Netzwerk DIAS – Danube Region Invasive Alien Species Network – eine konkrete Umsetzungsinitiative im Rahmen der EU Strategie für den Donauraum (EUSDR), die vom Autor mitbegründet als Generalsekretär der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Donauforschung (www.iad.gs) mitbegründet wurde .

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen auch komplexe Fragestellungen im Sinn der Erfordernisse von Betrieben und dem Schutz unserer Lebensgrundlagen erhalten lässt.

Autor:

Dipl.-Ing. Dr. Harald Kutzenberger

Alle Fotos: H. Kutzenberger

Dezentrale Infrastruktur – autarke Energieversorgung

Verfasst am 01.06.2016 von blogadministrator

Für das Jahr 2014 wird in der Ausfall- und Störungsstatistik seitens der e-control eine Nichtverfügbarkeit von Energie (=Strom) mit 49,62 Minuten pro Kunden angegeben. Regional außergewöhnliche Ereignisse wie die Schnee- und Eisstürme am Anfang des Jahres 2014 im Kärntner Raum sind in dieser Zahl jedoch noch nicht berücksichtigt, die Stromversorgung war in diesem Bereich teilweise tagelang unterbrochen.

Ereignisse wie dieser Schneesturm, aber auch Stürme wie Kyrill oder Überschwemmungen führen speziell im ländlichen Bereich aufgrund der weit verzweigten Infrastruktur immer wieder zu deutlich längeren Unterbrechungen der Energieversorgungen als im städtischen Bereich.

Gegen Ereignisse wie Sturm und Hochwasser wird man sich auch in Zukunft nur bedingt schützen können. Bei der Energieversorgung gibt es jedoch bereits jetzt am Markt Technologien, welche bei entsprechendem Einsatz helfen können, die Auswirkungen solcher Ereignisse deutlich zu mildern.

Als Erstes gilt es sich Gedanken darüber zu machen Wieviel Energie denn tatsächlich benötigt wird, auf was kann im Extremfall verzichtet werden und was muss auf jeden Fall weiter betrieben werden können. Hier müssen generell Themen wie Heizung/Kühlung, Lüftung oder Betrieb von Kühlräumen, Serverräumen, Maschinen generell usw. untersucht und bewusst gemacht werden. Meistens ist leider noch immer so das der Energieverbrauch als notwendig und unabänderlich angesehen wird, und nur bei der Begleichung der entsprechenden Rechnungen mehr oder weniger lang unsere Aufmerksamkeit findet, oder wenn Energie einmal nicht zur Verfügung steht.

Ist die aktuelle Energiesituation dargestellt, geht es daran mögliche Einsparpotentiale zu prüfen und deren – realistische – Umsetzung zu planen. Beispielsweise lassen sich bei einem Gebäude, welches nach Niedrigtsenergie- oder gar Passivhaus-Standard gedämmt ist oder wird, auch bei Außentemperaturen von deutlich unter minus 10°C mehrere Tage ohne gravierende Komfortverlust und ohne funktionierende Heizung bewerkstelligen (angepasstes Nutzerverhalten vorausgesetzt).

Kritischer sieht es da schon bei Strom aus, denn heutzutage funktioniert so gut wie gar nichts ohne Strom. Auch hier gilt es wieder den aktuellen Energiebezug festzustellen und zu hinterfragen. Der in der Öffentlichkeit sehr präsente Umstieg auf LED-Beleuchtung ist zwar ein erster Schritt in die richtige Richtung, bei genauerer Betrachtung stellt sich jedoch oft heraus das die versprochenen Einsparpotentiale nicht eingehalten werden können, und im schlimmsten Fall die Beleuchtungssituation sogar schlechter ist als vorher.

Damit ergibt sich die Frage – Wie können Strom, Wärme, usw. lokal und unabhängig selbst vor Ort „hergestellt“ werden?

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Abbildung 1: www.hinker.eu

Bei der Wärme gilt, das gerade in Verbindung mit den immer besser werdenden Gebäudedämmungen die Nutzung von Abwärme z.B. aus dem betrieblichen Bereich immer interessanter wird. Das kann z.B. die Abwärme aus Kühlräumen (Fleisch, Molkerei, …), aus Produktionsmaschinen (Trocknungsöfen im Holzbereich, …) oder auch aus einem BHKW (Block-Heiz-Kraft-Werk) sein. Wichtig ist es hier nicht nur den eigenen Bereich zu betrachten, sondern auch über die Grenzen hinweg zu den unmittelbaren Nachbarn zu blicken um hier eventuell Synergien zu nutzen – und eine sogenannte vernetzte Energieautarkie anzudenken.

Im Bereich der Wärme bietet sich natürlich auch die direkte Nutzung der Sonne in Form von Solarthermie an, sowohl dezentral für jedes Objekt getrennt, aber auch in Form einer kleinen Nahwärmewo z.B. 5-10 Objekte zusammengefasst werden.

Beim Strom gibt es mehre Möglichkeiten diesen bereitzustellen, z.B. mittels Photovoltaik, Klein-Windkraft oder auch BHKW. Die Kleinwindkraft ist hier vielleicht am kritischsten zu betrachten. Einerseits bringt eine Klein-Windkraftanlage an einem guten Standort ungefähr doppelt so viel Ertrag wie eine gleich große Photovoltaikanlage, andererseits ist es mitunter durchaus schwierig diesen guten Standort zu finden. Das betrifft die lokalen Windverhältnisse und die rechtlichen Rahmenbedingungen, die speziell bei der Kleinwindkraft noch spezifischer als z.B. bei Photovoltaikanlagen sind.

Photovoltaik ist im Gegenzug sehr einfach zu realisieren – vorausgesetzt man hat eine entsprechend nach Süden orientierte Fläche (Dach, Freifläche, …) welche möglichst wenig verschattet ist.

Bei der Strombereitstellung mittels BHKW gilt es zu beachten das hierbei auch immer Wärme anfällt. Diese kann im Winter relativ gut zum Heizen verwendet werden, und im Sommer bei guter Anlagenkonzeption lässt sich damit z.B. eine Kältemaschine für die Kühlung versorgen.

Einzige Herausforderung ist das es derzeit noch keine ausgereiften Konzepte für die Stromspeicherung im kleinen Bereich gibt. Es sind zwar am Markt schon entsprechende Technologien vorhanden und die Entwicklung schreitet voran, nur gibt es eine sehr große Bandbreite der verschiedenen Konzepte und es fehlen vor allem Langzeiterfahrungen.

Biogasanlagen benötigen einen sehr großen Anlagenaufwand und entsprechend große Mengen von Substrat (Grüngut, Gülle, …), so das solche Anlagen sich nur für eine dezentrale Energieversorgung im regionalen Maßstab eignen. Mit dem Biogas wird in aller Regel dann ein BHKW betrieben, wobei ein Großteil der Energie für den eigenen Betrieb benötigt wird.

Für die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gibt es die Möglichkeit das Wasser nicht nur lokal durch Brunnen zu gewinnen sondern auch durch biologische Kleinkläranlagen vor Ort zu säubern und dem lokalen Wasserhaushalt wieder zuzuführen. Lange Kanalleitungen und -bauwerkesowie aufwendige Hebewerke können dadurch entfallen.

Zusammenfassend lässt sich sagen das am Markt entsprechende Technologien und Konzepte vorhanden sind um sich mittels dezentraler Energiebereitstellung von der klassischen Energieversorgung bis zu einem gewissen Grad unabhängig zu machen, um somit bei längerfristigen Unterbrechung der Energieversorgung die Auswirkungen deutlich zu verringern. Außerdem hilft eine Optimierung der Energiesituation auch dann, wenn die Energie über den Energieversorger herkömmlich bezogen wird.

Autor:

Dipl.-Ing. (FH) Günther Hinker

Ingenieurbüro für Installationstechnik, Beratung und Planung

www.hinker.eu, office@hinker.eu

Aubergstraße 46/10, 4040 Linz

Neben einer genauen Untersuchung der technischen Aspekte ist es jedoch auch notwendig behördliche bzw. gesetzliche Auflagen einzuhalten und entsprechende Genehmigungsverfahren durchzuführen.

Abflussnachweisprüfung von Drainagesystemen

Verfasst am 07.05.2016 von blogadministrator

Funktioniert unser Drainagesystem in Zeiten des Klimawandels noch??

Eine konkrete Aufgabenstellung:

Ein ehemals landwirtschaftlich genutzter Grund in leichter Hanglage im oberösterreichischen Zentralraum wird zum Baugrund umgewidmet und im Zuge eines nun geplanten Bauvorhabens muss diese Fläche nachhaltig drainagiert werden.

Das dabei in den nahegelegenen Bach eingeleitete Wasser muss mengenmäßig erfasst werden, um die Auswirkung festzustellen und eventuell notwendige Maßnahmen auch in Hinsicht auf Hochwasserschutz planen zu können.

Projektspezifische Umsetzung:

Bei der Begehung der Liegenschaft und der Besichtigung der neu errichteten Sammelschächte der Drainagen, wurde der notwendige Arbeitsaufwand und der zeitliche Ablauf mit den zuständigen Stellen von Gemeinde, Grundbesitzer und bauführenden Firma besprochen und festgehalten.

Dabei kam man überein, dass die Messung temporär ohne die Sammelschächte zu verändern (anbohren,…) an den jeweiligen Überläufen zu den bestehenden Bach montiert wird und die Durchflussmenge in viertelstündlichen Abstand aufgezeichnet wird.

Da vor Ort keine Stromversorgung zu Verfügung steht, wird mittels Akkupacks, die notwendige Energieversorgung gewährleistet. Bei längerfristiger Aufgabenstellung

(6 Monate oder länger) wäre eine Spannungsversorgung mittels Photovoltaik eine erprobte und verlässliche Lösung. So kann man eine optimale Energienutzung aller Funktionen und einen autarken Betrieb über den geforderten Zeitraum sicherstellen.

Der hier zum Einsatz kommende Messkoffer von GROMA hat neben der  Durchflussmessung auch die Möglichkeit, die jeweils aktuelle Niederschlagsmenge über einen eigens dafür vorgesehenen mobilen Regensensor festzustellen und in den integrierten Datenlogger in zeitlicher Abstimmung mit der Durchflussmenge mit zu speichern. So sind die Zusammenhänge zwischen tatsächlich vorherrschenden, lokalen Niederschlagsmengen und dem abfließenden Wassermengen besser interpretierbar und lassen so zuverlässig auf Funktion und Wirksamkeit der Drainage schließen.

Bei dem hier gewählten Aufbau wird nach dem Beobachtungszeitraum die auf einer SD-Karte gesammelten Rohdaten auf einen Computer übertragen, ausgewertet und zur weiteren Verwendung den Kunden in einen üblichen Format in Tabellenform via E-Mail übergeben. Es besteht auch die Möglichkeit die Daten direkt beim Messen online zur Verfügung zu stellen. Auch können hier eine Vielzahl solcher Messungen parallel statt finden (temporäres online Monitoring) z.B. zum Überwachen, wie sich das Abwassernetz im Niederschlagsfall verhält oder zum Lokalisieren von ungewollt eingeleitet Oberflächenwasser ins Abwassernetz.

Der große Vorteil unseres Systems besteht in der extrem leichten Bauart (ab 5 kg) und der dadurch unschlagbaren einfachen Handhabung, der universellen Einsetzbarkeit (Rohrdurchmesser von 50- 800mm) und der Montage ohne das Bauwerk zu beschädigen (mittels Druckluftmanschette)

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Schlussfolgerung aus den Messungen der letzten Jahre:

Die Regenereignisse werden kurzfristiger, kleinräumiger und heftiger. Vielfach bewerte Lösungen aus vergangener Zeit werden immer mehr überfordert. Und die immer größer werdenden Strukturen bringen zusätzliche Herausforderungen die gut geplant werden müssen.

Eine Übersicht zu dem Status quo und das Finden der baulichen und strukturellen Schwachstellen bevor es zu teuren und zum Teil gefährlichen Situationen kommt, muss das Motto unserer Zeit sein.

Denn heute sind die Möglichkeiten da, man sollte sie auch nutzen!

Brandfrüherkennung durch Infrarot-Technologie

Verfasst am 18.07.2015 von blogadministrator

Im Sommer 2014 wurde die neue Pendelbahn auf den Gmundner Grünberg in Betrieb genommen.

Bis es soweit war, mussten jedoch einige innovative Lösungsansätze geplant und umgesetzt werden.

Eine dieser Innovationen ist die Erkennung eines Feuers bzw. Brandes auf dem Parkplatz der Talstation, welcher sich direkt unter den Seilen der Pendelbahn befindet, sowie auch einiger Wohnhäuser in diesem Bereich.

Unter den Seilen und jeweils 12 Meter links und rechts von den Seilen besteht grundsätzlich ein behördliches Bauverbot. Bei einem Feuer unter der Bahn würden die Seile durch die starke Hitzeeinwirkung beschädigt und im „Worst-Case“ sogar durchschmelzen und reißen. Was dann passiert möchte sich niemand vorstellen. Dies gilt es unter allen Umständen zu vermeiden.

Kann dieses Bauverbot nicht eingehalten werden, weil zb. wie in Gmunden bebautes Gebiet vorhanden ist, muss das Schutzziel (keine gefährliche Temperaturerhöhung an den Seilen) anders gewährleistet werden. Der konventionelle Lösungsansatz ist ein Parkverbot unter der Bahn und Rauchmelder in den Dachböden der betroffenen Wohnhäuser. Es war sehr schnell klar, dass dies nicht durchführbar ist!

Eine neue innovative Lösung musste her:

Branddetektion durch Überwachung mittels Infrarot-Thermografie!

Das Ingenieurbüro Friedrich Posch aus Gosau, verantwortlich für die Elektrotechnik und Brandschutztechnik legte die Eckdaten für dieses bislang einzigartige Projekt fest. Eine Ausschreibung wurde erstellt und über die Landesgrenzen von Österreich hinaus verteilt.

Den Zuschlag bekam das Ingenieurbüro Groma aus Schöndorf bei Freistadt. Geballte Innovationskraft aus Oberösterreich kam also zum Einsatz!

Ing. Markus Groiss vom Ingenieurbüro Groma machte sich sofort an die Detailplanung.

Heraus kam ein System von insgesamt 4 Infrarot-Thermografie-Detektoren. Diese wurden auf der Talstation montiert. Sie überwachen den gesamten kritischen Bereich. Damit aber noch nicht genug.

Es galt eine Software zu finden, welche die natürlichen Störgrößen wie zb: unsere Sonne, Reflektionen von Blechdächer und Autos, Regen, Nebel, usw. ausblendet, damit es zu keinen Täuschungsalarmen kommt. Ing. Groiss stellte sehr bald fest: „Eine solch umfangreiche Software gibt es nicht von der Stange!“. Kurzfristig gab es lange Gesichter bei der Bauherrschaft und bei Ing. Friedrich Posch dem verantwortlichen Planer.

Ing. Groiss setzte aber sogleich nach: „Das macht nichts. Ich habe mir selber eine maßgeschneiderte Software geschrieben!“

Die Welt war wieder in Ordnung. Insbesondere nach der ersten Vorabnahme durch die Brandverhütungsstelle Oberösterreich, die sich bei einem Testfeuer von der einwandfreien Funktionsfähigkeit des Infrarot-Thermografie Systems überzeugte.

Das System wurde dann fix aufgebaut. Eine Verbindung zur Brandmeldeanlage in der Talstation hergestellt. Beide Systeme kommunizieren einwandfrei miteinander.

Die Endabnahme wurde ebenfalls von der Brandverhütungsstelle Oberösterreich durchgeführt.

Die Abnahme verlief positiv. Die Anlage läuft. Projekt erfolgreich abgeschlossen mit einem neuen einzigartigen Lösungsansatz der vom Ingenieurbüro Posch aus Gosau und dem Ingenieurbüro Groma aus Freistadt entwickelt wurde.

Innovation ist in Oberösterreich zuhause!

Sachverständige in Ö – ASV vs. NASV – MÜLLER BBM Austria GmbH

Verfasst am 06.03.2015 von blogadministrator

Der Begriff „Sachverständiger“ ist ein persönliches Beweismittel , das von der Behörde beigezogen bzw. formell bestellt wird, um auf Grund von Fach- und Erfahrungswissens Tatsachen zu erheben und aus diesen tatsächliche Schlussfolgerungen zu ziehen (vgl. VwGH ZfVB 1985/1446).

20150306ParagraphGrundlage für die Bestellung von Sachverständigen (nach ZPO) ist der §52 des Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetzes (AVG)

(1) Wird die Aufnahme eines Beweises durch Sachverständige notwendig, so sind die der Behörde beigegebenen oder zur Verfügung stehenden amtlichen Sachverständigen (Amtssachverständige) beizuziehen.

(2) Wenn Amtssachverständige nicht zur Verfügung stehen oder es mit Rücksicht auf die Besonderheit des Falles geboten ist, kann die Behörde aber ausnahmsweise andere geeignete Personen als Sachverständige (nichtamtliche Sachverständige) heranziehen

(3) Liegen die Voraussetzungen des Abs. 2 nicht vor, so kann die Behörde dennoch nichtamtliche Sachverständige heranziehen, wenn davon eine wesentliche Beschleunigung des Verfahrens zu erwarten ist. Die Heranziehung ist jedoch nur zulässig, wenn sie von demjenigen, über dessen Ansuchen das Verfahren eingeleitet wurde, angeregt wird und die daraus entstehenden Kosten einen von dieser Partei bestimmten Betrag voraussichtlich nicht überschreiten.

Amtssachverständige (ASV) versus Nicht amtliche Sachverständige(NASV)

Daraus ergibt sich zunächst eine Präferenz für den Einsatz von Amtssachverständigen. Wie auch sonst im Verwaltungsverfahren, wird es in den in Absatz 2 und 3 beschriebenen Fällen auch zum Einsatz von nichtamtlichen Sachverständigen kommen. Außerdem gibt es auch noch sogenannte Privatgutachter

Im Zuge der neuen Verwaltungsgerichte ist zu erwarten, dass sich ein zusätzlicher Bedarf an nichtamtlichen Sachverständigen ergeben wird. Dabei wird das Problem zu lösen sein, wie Experten mit hinreichender Sachkunde, entsprechender Erfahrung und den erforderlichen persönlichen Voraussetzungen gefunden werden können

 

Energieaudit oder Managementsystem? – ConPlusUltra GmbH

Verfasst am 04.03.2015 von blogadministrator

Große Unternehmen und größere Holdings mit vielen kleinen Unternehmen beschäftigt derzeit die Frage: Energieaudit oder Managementsystem?

Denn das neue Energieeffizienzgesetz verpflichtet bis Ende November 2015 zum Handeln.

sankeyDie verpflichteten Betriebe sollten jetzt rasch und pro-aktiv handeln. Das beinhaltet auch die Absicht, den größtmöglichen Nutzen aus dem Unvermeidbaren zu ziehen. Das Ziel muss sein, den eigenen Energieverbrauch und damit die Energiekosten auf systematische Weise zu senken.

Wer ständig mit optimaler Energienutzung zu tun hat, der weiß, dass es meist keine großen „Wundermaßnahmen“ gibt, sondern dass es üblicherweise für sich gesehen kleine Verbesserungen sind, die nach Prioritäten geordnet Schritt für Schritt realisiert den Enderfolg einer spürbaren Energie- und Kostenreduktion garantieren.

Grundsätzlich empfehlen wir, dass Betriebe ein Managementsystem (egal ob EMAS, ISO 14.001 der ISO 50.001), aber jedenfalls mit dem energetischen Planungsprozess einer ISO 50.001 einführen sollten.

Für viele bisher noch Unentschlossenen mag die Einführung aufgrund mangelnder interner Ressourcen bis November 2015 eher unrealistisch sein. Also sollte die Alternative, das externe Energieaudit, gleich so ausgelegt werden, damit es als Grundstein (Energetische Ausgangsbasis im Sinne der ISO 50.001) für die spätere Einführung eines Managementsystems genutzt werden kann.

ConPlusUltra unterstützt Unternehmen beim Aufbau und der Umsetzung eines Energiemanagementsystems und bietet softwaregestützte Energiemanagement-Tools an.

Informieren Sie sich aktuell bei unserem AKADEMIE+ Seminar „Energiemanagementsysteme gemäß ISO 50001“ am 18.-19.03.2015 in St. Pölten. Weitere Infos finden Sie unter http://www.conplusultra.com/documents/akademie_46.pdf

Gewerbliche Nutzung von Bestandsobjekten – BAUMANN Ingenieur-Consulting GmbH

Verfasst am 04.03.2015 von blogadministrator

In Österreich gibt es unzählige Gebäude die leer stehen, verfallen und die Landschaft verschandeln. Parallel dazu beschweren wir uns über steigenden Landschaftsverbrauch durch Neubauten.

Im Rahmen unserer Aufträge haben wir es immer wieder mit Gewerbetreibenden zu tun, die leer stehende Gebäude kaufen oder anmieten und dann mit den Behörden über die Nutzungsmöglichkeiten kämpfen.

Teils übertriebene Behördenforderungen und starre gesetzliche Regelungen und unterschiedliche Masse in AStV und Baugesetzen/OIB verhindern die geplante Nutzung oder verteuern sie bis zur wirtschaftlichen Undurchführbarkeit.

Für die Umnutzung eines ehemaligen Bauernhauses zum Wohn- und Bürogebäude ist z.B. eine zusätzliche Stiege erforderlich, da die bestehende Stiege zu schmal und zu steil ist. Mehrkosten ca. Euro 40.000,– ! Verlorener Nutzraum – und damit fehlende Mieteinnahmen – ca. 40 m².

Trotz der Notwendigkeit künstlicher Beleuchtung für die Arbeiten wird eine natürliche Belichtung von 10% gefordert, die keine Verbesserung der Lichtverhältnisse für die Arbeit bringt. Neben den Mehrkosten wird das optische und historische Erscheinungsbild des Bauernhauses wesentlich verschlechtert.

Durch Gespräche mit den Behörden konnten durch die BAUMANN Ingenieur-Consulting GmbH viele der Forderungen reduziert und Vorschläge für von beiden Seiten akzeptierbare Anpassungen gemacht werden.

Die gesetzlichen Regelungen lassen derzeit nur wenig Spielraum für Ausnahmen. Selbst die Umnutzung von bisherigen Lagerräumen zu Produktionsräumen ist teils mit hohen Kosten verbunden. Bereits eine nicht entsprechende Widmung kann das geplante Vorhaben verhindern.

So verhinderte die falsche Widmung einer bestehenden Lagerhalle etwa die geplante Nutzung für Produktionszwecke, da die Widmung auf Grund der Wohnbebauung in der Nachbarschaft nicht geändert werden konnte.

Wir können Gewerbetreibenden, die Bestandsbauten einer geänderten Nutzung zuführen wollen nur dringend raten, rechtzeitig vor der Umsetzung oder Vertragsunterzeichnung Kontakt mit Planern aufzunehmen, die ausreichende Erfahrung mit gewerblichen Nutzungen und der Arbeitsstätten-Verordnung haben.

Die Beratungs- und Planungskosten rechnen sich vielfach, denn sie ersparen unnötig teure Umbauten und Ärger mit den Behörden und ermöglichen teilweise überhaupt erst eine Genehmigung und rechtskonforme Nutzung.

Temporäre Wasserhaushaltsschicht – „Dep. Siggerwiesen“ – blp GeoServices gmbh

Verfasst am 11.11.2014 von blogadministrator

Beim Projekt „Deponie Siggerwiesen“ handelt es sich um die Konzeption, die Planung, die Einreichung und die Umsetzung der Stilllegung von zwei Massenabfallkompartimenten der Salzburger Abfallbeseitigung GmbH am Standort Siggerwiesen.

Auf den beiden Kompartimenten wurden auf einer Fläche von 65.000m²  ca. 2.000.000 t Restmüll, Restmüllkompost und Sperrmüll abgelagert.
Die Stilllegung wird gemäß DVO 208 umgesetzt und beinhaltet die Errichtung einer temporären und einer endgültigen Deponieoberflächenabdeckung, Maßnahmen zur Emissions- und Immissionskontrolle, sowie mögliche Maßnahmen zur Intensivierung der biologischen Abbauprozesse.

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Im Zuge dieses Vorhabens erstellte die blp GeoServices gmbh zunächst eine Variantenstudie mit 10 unterschiedlichen Lösungsmöglichkeiten für die temporäre und die endgültige Oberflächenabdeckung und entwickelte daraus ein Stilllegungskonzept für die beiden Kompartimente.
Dabei kommen in den unterschiedlichen Deponiebereichen verschiedene Abdecksysteme zum Einsatz um die jeweiligen Anforderungen technisch, ökologisch und wirtschaftlich möglichst optimal zu erfüllen. Im Böschungsbereich kommt beispielsweise das innovative System einer Evapotranspirationsschicht zum Einsatz.

Aus diesem Konzept wurde in weiterer Folge das bewilligungsfähige Einreichprojekt erarbeitetet und das Behördenverfahren bis zur Bewilligung begleitet. Im nächsten Schritt wurde die Umsetzung des gesamten Vorhabens mit der Errichtung der temporären Abdeckungen durchgeführt, wobei die blp GeoServices gmbh den Bauherrn mit Leistungen zur Beratung, Überwachung und Dokumentation der Baumaßnahmen unterstützte.