Brandfrüherkennung durch Infrarot-Technologie

Verfasst am 18.07.2015 von blogadministrator

Im Sommer 2014 wurde die neue Pendelbahn auf den Gmundner Grünberg in Betrieb genommen.

Bis es soweit war, mussten jedoch einige innovative Lösungsansätze geplant und umgesetzt werden.

Eine dieser Innovationen ist die Erkennung eines Feuers bzw. Brandes auf dem Parkplatz der Talstation, welcher sich direkt unter den Seilen der Pendelbahn befindet, sowie auch einiger Wohnhäuser in diesem Bereich.

Unter den Seilen und jeweils 12 Meter links und rechts von den Seilen besteht grundsätzlich ein behördliches Bauverbot. Bei einem Feuer unter der Bahn würden die Seile durch die starke Hitzeeinwirkung beschädigt und im „Worst-Case“ sogar durchschmelzen und reißen. Was dann passiert möchte sich niemand vorstellen. Dies gilt es unter allen Umständen zu vermeiden.

Kann dieses Bauverbot nicht eingehalten werden, weil zb. wie in Gmunden bebautes Gebiet vorhanden ist, muss das Schutzziel (keine gefährliche Temperaturerhöhung an den Seilen) anders gewährleistet werden. Der konventionelle Lösungsansatz ist ein Parkverbot unter der Bahn und Rauchmelder in den Dachböden der betroffenen Wohnhäuser. Es war sehr schnell klar, dass dies nicht durchführbar ist!

Eine neue innovative Lösung musste her:

Branddetektion durch Überwachung mittels Infrarot-Thermografie!

Das Ingenieurbüro Friedrich Posch aus Gosau, verantwortlich für die Elektrotechnik und Brandschutztechnik legte die Eckdaten für dieses bislang einzigartige Projekt fest. Eine Ausschreibung wurde erstellt und über die Landesgrenzen von Österreich hinaus verteilt.

Den Zuschlag bekam das Ingenieurbüro Groma aus Schöndorf bei Freistadt. Geballte Innovationskraft aus Oberösterreich kam also zum Einsatz!

Ing. Markus Groiss vom Ingenieurbüro Groma machte sich sofort an die Detailplanung.

Heraus kam ein System von insgesamt 4 Infrarot-Thermografie-Detektoren. Diese wurden auf der Talstation montiert. Sie überwachen den gesamten kritischen Bereich. Damit aber noch nicht genug.

Es galt eine Software zu finden, welche die natürlichen Störgrößen wie zb: unsere Sonne, Reflektionen von Blechdächer und Autos, Regen, Nebel, usw. ausblendet, damit es zu keinen Täuschungsalarmen kommt. Ing. Groiss stellte sehr bald fest: „Eine solch umfangreiche Software gibt es nicht von der Stange!“. Kurzfristig gab es lange Gesichter bei der Bauherrschaft und bei Ing. Friedrich Posch dem verantwortlichen Planer.

Ing. Groiss setzte aber sogleich nach: „Das macht nichts. Ich habe mir selber eine maßgeschneiderte Software geschrieben!“

Die Welt war wieder in Ordnung. Insbesondere nach der ersten Vorabnahme durch die Brandverhütungsstelle Oberösterreich, die sich bei einem Testfeuer von der einwandfreien Funktionsfähigkeit des Infrarot-Thermografie Systems überzeugte.

Das System wurde dann fix aufgebaut. Eine Verbindung zur Brandmeldeanlage in der Talstation hergestellt. Beide Systeme kommunizieren einwandfrei miteinander.

Die Endabnahme wurde ebenfalls von der Brandverhütungsstelle Oberösterreich durchgeführt.

Die Abnahme verlief positiv. Die Anlage läuft. Projekt erfolgreich abgeschlossen mit einem neuen einzigartigen Lösungsansatz der vom Ingenieurbüro Posch aus Gosau und dem Ingenieurbüro Groma aus Freistadt entwickelt wurde.

Innovation ist in Oberösterreich zuhause!